Samstag, 6. August 2016

Die Sache mit der Biomechanik - ein Thema für JEDEN.

"Ich will einfach nur reiten und Freude mit meinem Pferd haben." (ein richtiger und wunderbarer Wunsch, gerade bei Freizeitreitern, die keine Turnier-Ambitionen haben. Doch da steckt etwas im Detail: die ehrliche Beziehung und die Biomechanik. Ohne die wird das nur einseitig.)

Ich auch. Muss ich dazu sagen.
Und ich will auch einfach nur schöne Zeit mit meinem Pferd verbringen. 
Respektvoll.
Harmonisch.
Voller Vertrauen.
Entspannt.
Zufrieden - mein Pferd genau so wie ich.

Und das heißt für mich: Ich muss mich immer wieder darum bemühen, diese Grundlage zu legen, zu erhalten und mich zu verbessern, damit mein Pferd auch mit Freude (körperlich und geistig) dabei sein kann.
Und das heißt, dass ich mein Pferd gesund erhalten muss. Ohne Gesundheit keine Zufriedenheit.


Gesundheit - ist doch keine Frage!


Klar wollen wir gesund sein und bleiben und geben uns alle Mühe, unsere Pferde gesund zu halten. Doch schon hier scheiden sich die Geister:
Hufeisen?
Offenstall?
Weidehaltung das ganze Jahr?
Heu 24 Stunden?
Western reiten?
Dressur reiten?

Was ist eigentlich richtig?

In diesem Artikel möchte ich mich den letzten Fragen widmen. 
Doch kurz zu den anderen Themen.


Ich bin überzeugt von der Barhufhaltung. Hier könnt ihr mehr darüber nachlesen. (Barhuf, oder Artikel darüber) Ich habe nichts dagegen, wenn ein Pferd so schlechte Hufe hat und deshalb Hufeisen braucht. Aber in der Natur werden Pferde nun mal nicht damit geboren. Warum wohl?

Zur Offenstall-Haltung ist in meinen Augen gar kein Wort zu sagen, es gibt nur diese Möglichkeit, Pferde so artgerecht wie möglich zu halten. Wie ich diesen gestalte, Laufstall, Paddock-Paradise, etc., das ist dann die Frage. Was steht mir zur Verfügung und was kann ich optimieren. Aber: unbedingt den Bedürfnissen gerecht: Denn Pferde sind Lauftiere, Herdentiere, Pflanzenfresser und das fast den ganzen Tag und brauchen die Möglichkeit, sich so viel wie möglich zu bewegen (und dafür brauchen sie Anreize), Schutz zu suchen, soziale Kontakte zu pflegen, sich zurück zu ziehen, sauberes Wasser und gutes Futter zu bekommen, das ihren Bedarf deckt.

Hier schließt das Thema Fütterung an, es ist zu umfangreich, um es ganzheitlich anzureißen: Doch ein paar Gedanken an dieser Stelle:
Die Menge des Futters ist individuell zu errechnen. Nicht jedes Pferd verträgt 24 Stunden Heu oder Wiese, schon allein, weil unsere Wiesen Hochleistungswiesen sind. Beim Anweiden ist auf die Rehegefährdung zu achten, also bitte immer schonend anweiden und bei Temperaturschwankungen (Frühjahr wie Herbst) sind abgegraste (oder noch nicht hoch genug gewachsene) Wiesen besonders gefährlich. Mit dem Thema Giftpflanzen sollte sich auch jeder Pferdehalter befassen.


Nun die Frage: Wie reite ich denn nun? Gesund, zufrieden, richtig.

Die Sache mit der Biomechanik.


"Ich reite keine Reitweise, ich reite Pferde." 
So einfach ist das. Und da kann jede Reitweise richtig sein, aber auch falsch interpretiert und umgesetzt und damit schädlich für das Pferd.

Denn Biomechanik ist bei jedem Pferd vom Prinzip gleich. Es gibt eben nur Pferde, die wir reiten. Jedes hat seine eigene spezifische Schwachstelle oder Körpervoraussetzung. Doch ansonsten ist ihnen allen eins gleich: ihre natürliche Bewegung bzw. Schiefe und die Bewegung, die es von seinem Körper her braucht, um uns gesund tragen zu können.

Pferde sind nicht mit einem Reiter auf dem Rücken geboren worden. Sie sind auch nicht zum Tragen von Lasten geboren. Sie können es, doch brauchen sie dafür ein angepasstes, reelles, korrektes Körpertraining. Geritten werden ist Sport.

Ich habe noch keinen Sportler kennengelernt, der nichts für den Körper- und Konditionsaufbau getan hat. Warum sollte das bei Pferden anders sein? Und mit Verspannungen und unausbalancierten Bewegungen bringen es Sportler nicht weit.

Und genau deshalb muss ich, ob Freizeitreiter, Turnier-Reiter oder welcher Reitweise ich mich zugehörig fühle, die Biomechanik KENNEN und ihr im Training und Reiten meines Pferdes gerecht werden.

Worauf ich bei der Ausbildung des Pferdes achte, ist ein altes Wissen. Es sind neue Erkenntnisse hinzugekommen, aber gleich bleibt die Grundlage: den Rücken gesund zu erhalten, die Hinterhand zum Tragen heranzuziehen, das Pferd beweglich und geschmeidig zu machen, auf Takt und Losgelassenheit zu achten, die eng zusammen gehören und dass die Muskulatur eine entscheidende Bedeutung hat, aber an der richtigen Stelle und richtig trainiert und eingesetzt werden muss. Ich kann ein Pferd also auch falsch und krank reiten, wenn Muskeln z.B. nicht korrekt arbeiten oder verkrampfen oder die Bewegungen schief, steif, belastend und unharmonisch sind.

Ehrlich gesagt, gibt es hier kein: Ich mache es lieber so. Oder: Ich brauche das nicht.
Wenn Du Dein Pferd gerecht reiten möchtest, kommst Du um das Wissen der Biomechanik und damit dem Gesunden Reiten nicht herum. Lerne auch das Sehen, wann ein Pferd gut bemuskelt ist und wie korrekte oder verkrampfte Bewegungen aussehen.

Hier bei Herzenspferd kannst Du mehr dazu lesen und sehen, wie ein Pferd korrekt bemuskelt ist.

Warum sollte ich das? Wir Menschen (mit Köpfchen zum Reflektieren) haben wir einen entscheidenden Vorteil: wir können Fragen stellen, mitdenken und reflektieren, Dinge kritisch hinterfragen und logisch denken und uns weiterbilden. Guter Unterricht zum Beispiel erspart Kosten für Physiotherapeuten oder auf lange Zeit gesehen teure Tierarztrechnungen, wenn ich Rücken oder Bein-Schäden verhindern kann. Weiterbildungen in Richtung Fütterung, Sattelanpassung etc. können Fehler vorbeugen, die das Pferd ausbaden muss. Gefühl und Können beim Reiten brauchen Zeit. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Aber jeder kann mal der beste Lehrer und kleiner oder großer Meister für sein Pferd werden.

Seien wir gerecht, wenn wir schon reiten. Wir ernten Freundschaft und Vertrauen.


Wer reitet sitzt auf dem Rücken des Pferdes. Dieser ist von Natur aus nicht dazu gemacht, Lasten über einen langen Zeitraum zu tragen. Je schlechter der Rücken bemuskelt, je schwächer die Kondition oder schwer und unausbalanciert der Reiter ist, umso weniger sollte man reiten. (Aber bitte verwechsle ein gut im Futter stehendes Pferd nicht mit einem gut bemuskelten.) Ich bin der Meinung, dass die Bodenarbeit (die Arbeit und Kommunikation vom Boden aus, ob an der Longe, Halfter oder als Arbeit am Zügel) die wichtigste Grundlage ist, um Abwechslung ins Training und das Zusammensein zu bringen und gleichzeitig ist es ein sehr gutes Fitness Training, das neben der Schulung von Balance und Kommunikation genauso Spaß machen kann wie Reiten. Warum? Weil das Pferd uns nicht tragen muss, nicht von uns am Zügel ausgebremst wird, nicht von uns in der Bewegung gestört oder von unseren Koordinationsproblemen direkt auf seinem Rücken gestört wird.
Ich gebe zu, das Pferd vom Boden korrekt zu bewegen ist auch nicht leicht. Denn einfach am Seil bewegen lassen, ist keine Körperschulung. Es sollte sich schon richtig biegen und ohne eine ehrliche hingebende Stellung ist die Bewegung nichts anderes als über die Koppel zu laufen, nur an einem Strick.
Deshalb bedenke: wenn immer Du etwas mit Deinem Pferd machst, überlege Dir, was Du bezwecken willst. Soll es Dein Pferd fit halten, stärken, geschmeidig machen oder halten, dann sollte Dein Augenmerk auf eine richtige Stellung und Biegung in Balance gerichtet sein.

Jegliche Arbeit vom Boden aus ist ein wunderbarer Fortschritt und Verbesserung unseres Gefühls und Könnens als Reiter.

Schule Dich im Fühlen von Takt, Losgelassenheit und der schwungvollen Bewegung in Balance. So merkst Du immer schneller, wann sich Dein Pferd korrekt und gelöst taktrein und in Balance bewegt oder eben nicht. Es ist nicht falsch und man muss sich auch nicht dafür schämen, wenn man Hilfe sucht oder annimmt. Um gut Fühlen zu lernen ist es sehr hilfreich einen geschulten Begleiter zu haben, der einem sagt, wann sich welches Hinterbein bewegt, wann man also treibt, denn es kommt wirklich auf den kleinen richtigen Moment an, sonst treibe ich ins Leere oder besser gesagt: ich lasse meine mögliche Hilfe verpuffen und mein Pferd lernt mich zu ignorieren. Ich verschenke sonst meine Möglichkeit, fein zu reiten und Versammlung zu erarbeiten.

Hier kannst Du mehr über Vorwärts und Versammlung lesen.

Es ist auch nie falsch, jemanden von unten hinzuzuziehen, der einem sagt, wann das Hinterbein trägt, wann es schiebt, wann es am Schwerpunkt vorbei fußt. Oder ob der Unterhals noch fest, das Genick noch nicht gelöst ist. Schwingt der Rücken wirklich? Läuft das Pferd über die Schulter oder wird diese leichter? Es lohnt sich, IMMER! Vielleicht kannst Du auch mit einer Stallpartnerin zusammen üben. Jeder kann einmal das Sehen und Reflektieren von unten übernehmen.
Wenn Du Dir nicht sicher bist, kannst Du Dich auch aufnehmen und mir schicken. Über weite Entfernung ist ein Video-Coaching manchmal einfacher als Direktkontakt.


Stellung und Biegung


Sind das A und O.
"Balance vor Bewegung" ist ein wichtiger Grundpfeiler ebenso wie diese Aussage:
„Gib dem Pferd die Haltung (die es für die Bewegung braucht) und lass es gewähren" (Nuno Oliveira)

Denn ohne Balance bewegt sich das Pferd schief und damit (ungleich) belastend.
Was schief ist kann auch nicht durchlässig und geschmeidig sein. Somit es ist die Voraussetzung jeglichen Reitens, das Pferd am Boden in Balance zu bringen, bevor es sich bewegt und diese Balance in der Bewegung zu trainieren. Bis es sich selbst trägt.

Aus dem Gleichgewicht - also ohne Balance - wird Bewegung schwer, denn sie ist je nach Grad mehr oder weniger blockiert, verkrampft, festgehalten und damit nicht frei und elegant. Im Gleichgewicht zwischen Rechts und Links und über dem Schwerpunkt kann man sich in jede Richtung und Tempo bewegen. Das ist beim Pferd nicht anders. Weil es 4 Beine hat, sehen wir das nicht, es fällt ja nicht um. Jedoch belastet die Schiefe des Pferdes seinen Körper, besonders wenn es uns tragen muss und auf gebogenen Linien schief läuft. Das heißt nicht, dass wir dann lieber geradeaus reiten sollten. Die natürliche Schiefe des Pferdes bleibt auch im Geradeaus erhalten, wenn wir sie nicht beheben. Erst dann kann uns das Pferd gesund tragen.

Und hier kommen Stellung und Biegung ins Spiel. Ohne Stellung, also ohne ein lockeres und durchlässiges Genick gibt es keine Durchlässigkeit in der Wirbelsäule und damit dem Pferdekörper. Der Rücken kann nicht schwingen.
Und ohne Biegung kann sich das Pferd auf gebogenen und geraden Linien nicht in Balance und geradegerichtet bewegen. Biegung ist der Schlüssel für die Geraderichtung.

Merkwürdig?

Ein schiefes Pferd lernt

► über die Biegung seine Vorderbeine gleichmäßig zu setzen, ohne über eine Schulter auszubrechen und zu schieben,
► das innere Hinterbein zum Schwerpunkt zu setzen,
► seine Längsachse gleichmäßig zu dehnen,
► über eine aktive Hinterhand den Rücken zum Schwingen zu bringen
► und in weiterer Ausbildung über Schulterherein und Kruppeherein die Schultern freier und erhabener zu bewegen 
► und seine Hinterbeine (einzeln) unter den Schwerpunkt zu bringen. Damit werden diese gestärkt, versammelt und im Laufe der Ausbildung werden Reiter und Pferd fähig, beide Hinterbeine zum Schwerpunkt zu bringen und damit das Pferd zu versammeln und sich in höchster Balance und Wendigkeit zu bewegen. Ein Tanz der Meister. Ein wahrer Augenschmaus und Gefühl von Freiheit und Einheit.

Warum die Hinterbeine? Sie sind erstens der Motor - und zweitens können nur sie helfen, die Vorderbeine, den Brustkorb und damit auch den Reiter sozusagen anzuheben, also zu tragen. Ansonsten läuft das Pferd wie in der Natur auf der Vorhand, da der Motor in der Hinterhand diese nach vorn schiebt. Die ganze Last, auch die des Reiters, ist dann auf der Vorhand. Ist diese nicht in Balance, lastet der Großteil eben auf einem Bein. Dem händigen Bein. Diese Ungleichheit wollen, nein müssen wir, unserem Pferd zu Liebe, ausgleichen. Das ist Balance.
Erst Balance, dann Bewegung. Sonst schadet Bewegung.

Hier kannst Du mehr zur natürlichen Schiefe nachlesen und Zusammenhänge sehen: im Artikel "Schule Dein Auge - Teil 2" und bei Herzenspferd.

Bewegung muss durch den Körper fließen. Das Pferd sich kraftvoll und gleichmäßig vorwärts bewegen. Diesen Fluss der Bewegung muss man wirklich sehen. Sieht man ein Schieben, Staksen, Trödeln, Schlurfen, Hektik, Steifheit, kann das keine Balance und damit auf Dauer kein gesundes Bewegen sein. Jedenfalls nicht, wenn es darum geht, so ein Pferd zu reiten. Auf der Koppel kann sich das Pferd frei nach seiner Laune und Natur bewegen. Doch weil es nicht mit einem Reiter auf dem Rücken geboren wurde, braucht es dafür Hilfe.

Wenn Du Dein Pferd siehst, wie es geradeaus läuft und auf einer Kreislinie, sollte es sich im Idealfall balanciert bewegen, das heißt wie auf Schienen. Es sollte kein Bein schräg vom Körper weg treten, denn dann trägt es die Last nicht sondern will sie auffangen. Bodenarbeit ist genau das: dem Pferd zu zeigen und zu helfen, seine Balance zu finden, sich zu lösen, und das in der Bewegung zu halten.

Um das ein wenig deutlich zu machen, möchte ich hier ein Beispiele anbringen:


1. Ohne Biegung wird das Pferd nicht gerade.


Die natürliche Schiefe zeigt sich schon im Stand - ein Vorderbein trägt mehr Last und die Hinterhand steht versetzt zur Vorhand.

Ein schiefes Pferd bewegt sich ungleich. Das heißt, ein Bein trägt mehr Last als das andere. Da die Hinterhand der Motor ist, schiebt sich das Pferd über die Vorhand nach vorn, und dann leider vermehrt auf das Lasttragende Vorderbein. So allein gesehen ist das kein Problem, wenn sich das Pferd in seiner Natur bewegt. Jedoch ab dem Zeitpunkt, wo es auf Kreislinien läuft und einen Reiter trägt, wird diese natürliche Gegebenheit zum Problem: nämlich einer zu großen Fehl- und Überbelastung. Deshalb ist das Ziel Balance. Eine Balance, nämlich die in den Vorderbeinen hat zur Folge, dass das Pferd lernt, beide Vorderbeine gleichmäßig in Bewegungsrichtung zu setzen. Somit ist die Belastung nicht ungleich.
Und deshalb brauchen wir die Biegung. Dass sich die Vorderbeine in die Bewegungsrichtung setzen. Dabei müssen sich die Schultern frei bewegen können. Manche Pferde hängen in den Schultern fest, man merkt es an Unwilligkeit, das Vorderbein gerade anzuheben. Besonders auf der händigen Seite drückt ein Pferd nach außen (nicht zu angenehm, wenn man daneben läuft und 600 kg Pferd einen wegdrängelt). Dieses Drücken ist Imbalance. Versuche, Deinem Pferd immer wieder zu zeigen (mit Druck/Berührung an der Schulter, das Vorderbein gerade nach von zu setzen und nicht zu Dir. Das ist schon ein Anfang.
Wichtig ist nämlich, dass das Pferd in der Biegung (einfach gesagt, wenn Du Dein Pferd stellst und es in die Bewegungsrichtung schaut, um sich dorthin zu bewegen) die innere Schulter anhebt und nicht über diese schiebt. Am Zügel ziehen, um nach rechts zu gehen, ist keine Biegung. In der Biegung muss die innere Schulter mehr aufwärts nach vorn treten. Das ist dann die erwünschte Schulterfreiheit. Man kann sie schön durch das Schulterherein verbessern. Jedoch braucht man für das Schulterherein schon ein Pferd, dass sich stellen und biegen lässt.

Wenn das Pferd auf die Vorhand schiebt, hängt dort die Last wie bei einer Schubkarre. Mit Reiter ist die Schulter (Vorhand) besonders belastet. Deshalb ist das Ziel, dass die Hinterhand nicht nur schiebt, sondern mit trägt und damit die Schulter sozusagen anhebt. Dann kann sich das Pferd in Leichtigkeit bewegen, statt den Reiter durch die Gegend zu schleppen (überspitzt ausgedrückt).
Welche Schulter besonders drückt und wo die Imbalance in den Vorderbeinen steckt, kannst Du gut erkennen, wenn Du Dein Pferd auf einen Kreis schickst ohne es zu beeinflussen. Jedes Pferd hat die Tendenz sich auf einer Hand mehr nach innen, auf der anderen mehr nach außen zu bewegen. Dieses "Vermehrt" gilt es zu minimieren und dem Pferd genau dort und dann zu helfen, sich in Balance gleichmäßig auf dem Kreis zu bewegen. Keine Abwechung nach innen, keine nach Außen. Ob Du reitest oder vom Boden arbeitest. Achte darauf, dass Dein Pferd Deiner gewollten Linie zu 100 % folgt. Jede Abweichung ist eine Folge der Imbalance. Je mehr Du es korrigierst, werdet Ihr Euch immer mehr in Balance bewegen. Weil Du ein Abweichen nach innen auffängst und die Schulter anhebst, weil Du ein Ausbrechen nach außen einfängst und Last abgibst. Es ist wie ein Kippen der Schulter (Beine) nach innen oder außen. Du korrigierst und erhältst Balance.

Nur ist es biomechanisch so, dass die Schultern auf allen Linien zur in Balance kommen, wenn sich das Pferd biegt, um eben die natürliche Schiefe auszugleichen, die die Ursache der Schulterlastigkeit (Händigkeit) ist. Deshalb wird das Pferd durch die Biegung erst gerade (weil es auf beiden Körperseiten gedehnt und beweglich wird) und gerade heißt balanciert.



War's das? Für diesmal schon. Verrückt wie viele Feinheiten das Reiten hat, oder? Ich will doch einfach nur reiten. Bitte gern! Wenn Du Deinem Pferd hilfst, in Balance zu kommen und diese zu halten, wird es Dich sicher gern und viele Jahre tragen.
Ich wünsche Dir Freude mit Deinem Pferd. Und ich wünsche jedem Pferd Freude mit seinem Reiter.



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